OROSIUS WELTGESCHICHTE IN PARISER POST-INKUNABEL-AUSGABE.

Orosius, Paulus und Louis Thiboust [Ed.].
Pauli Orosij historiographi clarissimi opus presta[n]tissimu[m]. [i.e. Historiae Adversus Paganos]

1.280,00 

USTC 180456; Adams O 309; BnF 31040677; BP16 101602; Renouard 1005 Nr. 3 (zu Roce); Sehr seltener Druck der ersten „christlichen Weltgeschichte“. Als der Historiker Paulus Orosius (385-418) seinen großen Lehrer Augustinus in Hippo besuchte, sah sich das Spätantike Christentum dem Vorwurf ausgesetzt, dass die Hinwendung zum christlichen Glauben nur Katastrophen -wie etwa die Plünderung Roms 410- und Leid über die Menschen gebracht habe. Um dies in einer Art Geschichtsapologie argumentativ zu widerlegen beauftragte Augustinus, der selbst gerade an seinem eher theologischen Werk der Gottesstaat arbeitete, Orosius mit der Abfassung des Werkes “Sieben Bücher der Geschichte gegen die Heiden”. Es sollte das einflussreichste historische Werk christliche Geschichtsschreibung bis weit über das Mittelalter hinaus werden und war etwa Lektüre von Dante und Petrarca. Orosius machte vom Besuch bei Augustinus beflügelt auf dem Rückweg in seine iberische Heimat noch einen großen Schlenker über Jerusalem, wo er die zweite große Autorität der Zeit traf, den Kirchenlehrer Hieronymus. Wie die Vorsehung es wollte “fand” er dort auch die Reliquien des Märtyrer Stephanus, die er erwarb und ins sichere Menorca brachte. Die Text von Orosius Weltgeschichte liegt hier in einer hübschen Post-Inkunabel von 1510 vor, die Jean Barbier druckte und die von Denys Roce (ca. 1490–1517) aus der Rue Saint-Jacques im Quartier Latin, dem pulsierende Herz des französischen Buchwesens, vertrieben wurde. Die umlaufende französische Devise um die äußerst dekorative Holzschnitt-Druckermarke lautet: “A L’AVENTURE TOUT VIENT A POINT QUI PEUT ATENDRE”. “Auf gut Glück kommt alles zur rechten Zeit für den, der warten kann”. (!) Im Ganzen etwas wellig und fleckig, insgesamt aber noch gutes Exemplar mit vereinezelten Annotaten von alter Hand. Aus der Blütezeit des Pariser Buchdrucks um 1500.
Sprache: la

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Beschreibung

Paris, Barbier, Jean (?-1515?) Roce, Denis (fl. 1490-1517) [ [Paris] : Venundantur in vico divi Iacobi sub signo divi martini, (1510 [rz.] die XIII mensis Novembris) (Impressum Parhisijs : Per Ioha[n]ne[m] barbier impressorem necnon librarium iuratum in vico sancti Iacobi commorantem sub ensis intersignio Pro Dionisio Roce in eodem vico commorante, M.ccccc.x. die. xiij. mensis Novembris)Kollophon], 1510.

[15], CX. [a8, b7, a8, b4, c8, d4, e8, f4, g8, h4, i8, k4, l8, m4, n8, o4, p8, q4, r8, s6 ;] Quarto, flexibler Ganzpergament-EInband im Stile der Zeit mit Lederschliessbändern.