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Sehr seltenes Kettenbuch – Post-Inkunabel 1511.
Antonius [Florentinus] und Johannes Molitoris. [Summe
sacrae Theologiae] Repertoriu[m] totius summe beati Antonini
archiepiscopi Florentini ordinis predicatorum. Prima
pars summe reueren/||dissimi in christo patris ac d[om]ni]
Part I. und V. [Repertorium] von V. Basel, Johannes Amerbach,
Johannes Petri, Johannes Froben. Juni 1511. Teil I.
[169] ff. [a-v8]; Teil V. [83] ff., [a-i8 k-l6]. Zweispaltiger Druck
in 71 Zeilen mit den prachtvollen, ganzseitigen Holzschnitt-
Druckermarken mit dem Wappen der Stadt Basel (Meister
von DS) auf beiden Titeln und zahlreichen Holzschnitt-Initialen.
Folio. Original-Schweinslederband über Holzdeckeln mit
Gebrauchspuren. (In der oberen rechten Ecke des vorderen
Deckels mit größerer Fehlstelle, insgesamt berieben und mit alten Wurmgängen. Innen nur anfänglich etwas unfrisch und
gebrauchsspurig.)
13.850,–
VD16 A 2959; USTC 686496; Hieronymus; Petri/Schwabe No 18; Hieronymus
II, No 106, 107; V. Sebastini, J. Froben 25. Äußerst seltenes Kettenbuch
mit dem zeitgenössischen, gestochenen Exlibris von „Balthassar Schreivogel
MDLXXIIII“, seit 1567 Pfarrer in Steinkirch Oberbayern, ab 1568 Studium in
Dillingen, der eine der umfangreichsten Privatbibliotheken Mitte des 16. Jahrhunderts
versammelte. Einige Bände seiner Bibliothek befinden sich in der
BSB München (siehe Provenienz Verzeichnis Alte Drucke BSB). Kettenbücher
sind von größter Seltenheit, besonders wenn, wie hier, die originale handgeschmiedete
Kette mit Befestigung und 8 Gliedern vermutlich vollständig erhalten
sind. Als Kettenbuch (lateinisch: liber catenatus, „angekettetes Buch“)
wird ein Buch aus dem Mittelalter oder aus der frühen Neuzeit bezeichnet, das
die Spuren der Bibliothekspraxis zeigt, die Bücher, insbesondere die Zimelien,
durch meist eisernes Anketten zu schützen. Mit frühem Exlibris der „Rochester
Theological Seminary Neander Library“.
First Edition – „Bear“ Impression.
„Krieg aller gegen alle“
Hobbes, Thomas. Leviathan, or The Matter, Forme & Power
of a Common-Wealth, Ecclesiasticall and Civill. Erste Ausgabe,
zweiter Abdruck. London, A. Ckooke (sic! i.e. Crooke),
1651. Kupfertitel, 3 Bll., 394 [i.e.] 396 SS., 1 gefaltete Tabelle.
Klein-Folio. Bordeauxroter Ganzlederband im Stile der Zeit
über sieben erhabenen Bünden mit goldgeprägtem, farbigem
Lederrückenschild, handgestickten Kapitalbändern und dezenter
Goldprägung auf den Deckeln und dem Rücken (signiert
„Fiona Anderson Bookbinder“).
12.450,–
Vgl. PMM 266; Wing H 2247; Macdonald/H. 43; vgl. Humpert 12969; Kress
830–31; Carter/M. 138; Pforzheimer 491. Zweiter Druck „Bear“ der drei Erstausgaben
„Head“, „Bear“ und „Ornament“ des „Leviathan“. Kollation wie bei
Macdonald/H. beschrieben. Thomas Hobbes (1588–1679) begann mit dem
Verfassen des Leviathan 1640 in Paris, wohin er im gleichen Jahr geflohen
war, als er den Bürgerkrieg in seinem Heimatland kommen sah. Er entfaltet im
Leviathan den Gedanken des aufgeklärten Absolutismus und des Gesellschaftsvertrags,
beides theoretische Grundlagen neuzeitlicher Politikwissenschaft.
Das Werk wurde 1703 auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt.
„Der Staat […] ließ sich als ein großes, aus Einzelmenschen zusammengesetztes
künstliches Ungeheuer sehen, dessen Dasein sich von seiner Zeugung
durch die menschliche Vernunft unter dem Druck menschlicher Bedürfnisse
bis zu seiner Vernichtung durch den menschlicher Leidenschaft entspringenden
Bürgerkrieg verfolgen läßt. […] Jede Regierung sei besser als die Anarchie
des Naturzustandes.“ (PMM 266.) Auf dem vorderen Vorsatzblatt mit einem
handschriftlichem Besitzvermerk „Bevil Grenville“, Sir Bevil Granville MP
JP (* 03.05.1665 – † 15.09.1706) war ein englischer Soldat und Politiker aus
Cornwall, der von 1690 bis 1698 Abgeordneter für Fowey und Lostwithiel war.
Er war auch Gouverneur von Pendennis Castle von 1693 bis 1703 und Gouverneur
von Barbados von 1703 bis 1706 und starb auf See während seiner
Rückreise nach England im September 1706. Nach seinem Abschluss am Trinity
College in Cambridge im Jahr 1679 verbrachte er mehrere Jahre in Paris,
bevor er nach England zurückkehrte. Im Juni 1685 wurde er als Hauptmann in
einem Regiment beauftragt, das von seinem Onkel, dem Earl of Bath, als Teil
einer Erweiterung des Militärs durch Jakob II. nach der Monmouth-Rebellion
aufgezogen wurde. Der sehr fein und stilecht angefertigte Einband ist von der
Buchbindermeisterin und Konservatorin Fiona Anderson gearbeitet, die an
der Universität Glasgow beschäftigt war und auf Inkunabeln und Frühdruck-
Einbände und deren Restaurierung spezialisiert ist. Außergewöhnlich wohlerhaltenes,
nur papierbedingt etwas gebräuntes Exemplar.
Apicius, Caelius. De re cvlinaria libri X. [Caelii Apitii vmmi
adlvlatricis medicinae artificis DE RE Culinaria Libri X. B.]
Platinae cremonensis […] de tuenda valetudine, natura
rerum et popinae scientia libri X. Pauli Aeginetae de facultatibus
alimentorum tractatus, Albano Torino interprete. Angebunden:
Hieremiae Brachelii Thriveri Commentarii in VII
libros Aphorismorum Hippocratis. Basel, Herwagen, 1541.
1 Zierstück (Holbein), 8 Bll., 366 S., 1 Bl.; [26] Bll., 516 S.,
[2] Bll. Glatter, polierter Kalbslederlederband um 1700 mit
dezenter Vergoldung und Rückenschild (an den Kanten und
Bünden berieben und mit kleinen Fehlstellen, oberes Kapital
rasiert, Deckel etwas gelockert, insgesamt aber gutes Exemplar).
7.500,–
Bitting S. 11; Brit. Mus.; Ebert 1, S. 72 (789); GK 5, 7471; Graesse 1, S. 160;
Simon, Bibl. Bacch, 2 Br. 51; Simon, Bibl. Gastron, Nr. 122; Vicaire Sp. 30;
Horn/Arndt 7. Erste Ausgabe, noch vor der häufigeren Ausgabe aus Lyon im
gleichen Jahr, des ältesten überlieferten Kochbuchs überhaupt in der Edition
des Basler Gelehrten Alban Thorer (1489–1559). Es basiert auf der Handschrift,
die Thorer 1529 auf der Insel Maguelone bei Montpellier entdeckt hatte. Das
Werk der römischen Spätantike ist in dieser Ausgabe zugleich das „erste in
der Schweiz gedruckte Kochbuch“ (Horn/Arndt). Apicius’ Rezepte sind sehr
einfach gehalten und nur mit ungefähren Mengenangaben „mehr oder wenig“
wie etwa bei der Leberzubereitung: „In ficato oenogarum: piper, thymum,
ligusticum, liquamen, vinum modice, oleum. (Weingarum für Leber: Pfeffer,
Thymian, Liebstöckel, Garum, Wein in Maßen und Öl).“ Es hält aber auch
einige ausgefallene Speisen parat, wie etwa Sauzitzen und mit Schweinswurst
gefüllte Siebenschläfer. Mit dem sehr ansprechenden Zierstück von Holbein
und zahlreichen Holzschnitt Initialen. S. 193–200 fleckig, sonst sehr wohlerhalten.
Vorgebunden ist das Hauptwerk, die „Aphorismen“ des antiken Vaters
der Mediziner, Hippocrates, in der gesuchten Kommentar-Edition von Jeremias
Thriverius „Commentarii in VII libros Aphorismorum Hippocratis“. Lyon,
Jacques Gunta, 1551. Adams 989; BM STC French, 1470–1600, p. 226; Durling,
R. J. NLM 16th cent., 1221; Not in Wellcom. Die sieben Bücher mit über 400
kurzen Aphorismen bilden den „Hippokratischen Corpus“, die Hauptüberlieferung
des bekanntesten antiken Mediziners mit berühmten Sätzen wie:
„Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang, die Gelegenheit flüchtig, die Erfahrung
trügerisch, das Urteil schwierig. Das Titelblatt trägt den zeitgenössischen handschriftlichen
Besitzvermerk „Joh. Faucherius“, der dankenswerter Weise alle
lateinischen Aphorismen – und einen Teil der zitierten Kommentare – am Rand
mit dem griechischen Originaltext annotiert hat.
Eins von nur fünf bekannten Exemplaren weltweit.
Fabricius Hildanus [Wilhelm Fabry (Fabri)], Wilhelm.
Gvilhelmi Fabrici[i] Hildani, De Monstro Lavsannæ Eqvestrivm
exciso, Anno Domini MDCXIV. quinta Augusti, stylo
veteri, Narratio historica, & anatomica: Unà cum delineatione
monstri. Oppenheimii, Typis Hieronymi Galleri, ære Johan-
Theod. de Bry. [Oppenheim, de Bry], MDCXV [1615]. 16 S.,
[1] gefaltete Kupferstich-Tafel. Klein-Oktav.
3.800,–
VD17 30:758511Q; Schneider-Hiltbrunner, V. Wilhelm Fabry von Hilden
1560–1634. Verzeichnis der Werke und Briefe, Nr. 14. Extrem seltene und
spektakuläre Schrift vom „Vater der Wundmedizin“, Wilhelm Fabry von
Hilden, von dem wir nur ein Exemplar in deutschen Bibliotheken (Senckenberg)
und drei weitere in Europa (Schweiz/Frankreich) nachweisen konnten.
„Fabry publiziere den Fall eines missgebildeten Schaffetus nach einer Sektion
des Mutterschafes. Er führte die Sektion des männlichen Feten durch und
publizierte diesen Bericht als ‚De monstro Lausannae Equistrium esciso‘ mit
Widmung an seinen Baseler Lehrmeister Caspar Bauhin. Er nimmt diesen Fall
einer symmetrischen Doppelmissbildung beim Schaf zum Anlass, den Sektionsbefund
um drei weitere Fälle zu ergänzen: eine Doppelmissbildung beim
Schaf, die etwa gleichzeitig in Bern aufgetreten war und die er ausgestopft
begutachten konnte, ein reinweißer Maulwurf (Albino) vom Murtensee im
Kanton Fribourg und ein Bericht über die Doppelmissbildung eines Hahnes,
der im Jahr 1586 knapp drei Wochen lang in Châtel-Saint-Denis gelebt hatte.
Der Band umfasst 16 Seiten mit einem ausklappbaren Kupferstich, der die
Missbildungen anatomisch darstellt.“ (Zitiert nach Wilhelm-Fabry-Museum,
Hilden.) 1560 in Hilden bei Düsseldorf geboren hatte Fabry nach mehreren
Stationen der Ausbildung und Assistenz in Hilden und Köln eine Praxis, wurde
1615 nach weiteren Stationen Stadtarzt von Bern. „Ohne Zweifel gebührt F. die
erste Stelle unter den deutschen Chirurgen des 17. Jahrhunderts. Er verbesserte
mehrere chirurgische Operationen (Amputationen, Steinschnitt, chirurgische
Eingriffe am Auge) und erfand eine große Anzahl chirurgischer Instrumente.“
(NDB 4, S.738–739.)
Titford, W[illiam] J[owett]. Sketches towards a Hortus Botanicus
Americanus; or, coloured plates (with a catalogue and
familiar descriptions of many species) of new and valuable
plants of the West Indies and North and South America. Also
of several others, natives of Africa and the East Indies: Arranged
after the Linnæan System. With a concise and comprehensive
glossary of terms, prefixed, and a general index
London, Printed for the author, by C. Stower; Published by
Sherwood, Neely and Jones; J. Hatchard and J. Richardson,
1811 [-1812]. Six parts in one volume. With a hand-colored
aquatint frontispiece, hand-colored engraved headpiece to
the dedication and 17 hand-colored engraved plates. Half calf
over marbled boards.
4.000,–
Nissen BBI 1968; Plesch p. 436; Sitwell, Great Flower Books p. 144; Stafleu-
Cowan 14.606; MacPhail, Ian, „Titford’s“. Huntia 1 (1964) p. 117–135. Erste
Ausgabe in sehr gutem Exemplar und sehr farbfrohem Kolorit.
Buchbinderisches Unikat mit Zug-Laschen am Rücken.
Friedrich II. von Preußen, der Große. Hinterlassene Werke
Friedrichs II Königs von Preussen. 15 Bände (komplett).
Berlin, Voß und Decker, 1788. Sehr dekorative, einheitliche
Halblederbände der Zeit über fünf Bünden mit je zwei unterschiedlich
farbigen Titelrückenschildern.
2.400,–
Brieger 548. Fromm VI, 27899. Ein buchbinderisches Unikat, bei dem knapp
unterhalb des oberen Kapitals ein Band als Zug-Lasche aus dem Rücken ragt,
wohl um die einzelnen Bände ohne Beschädigungen aus dem Regal ziehen zu
können. Wir konnten kein zweites Exemplar mit dieser Besonderheit nachweisen.
Widmungsexemplar John Cage Partitur.
John Cage. Concert for Piano and orchestra, Solo for Piano,
For Elaine de Kooning. Henmar Press (Edition Peters), Stony
Point, N.Y., 1960. Titelblatt und 63 lose Notenblätter in Original
Partiturbox „Edition Peters“. Quer Quarto.
3.800,–
Erste Ausgabe der Partitur von John Cage mit handschriftlicher Widmung
von JOHN CAGE „for Lee with love John“. Die Widmungsträgerin ist höchstwahrscheinlich
die ungarisch-amerikanische Künstlerin Sari Dienes (geborene
Sarolta Maria Anna van der Lee), eine enge Freundin und Nachbarin von John
Cage und Merce Cunningham, die im Freundeskreis oft „Lee“ genannt wurde.
Diese beeinflusste Cage stark durch ihre experimentellen Arbeiten mit Alltagsgeräuschen
und Materialien. (Vgl. Correspondence from John Cage to Sari
Dienes, Digital Collections Northwestern University und Sari Dienes Foundation.)
Das Werk ist im Titel der weltbekannten US-amerikanischen Künstlerin
Elaine de Kooning gewidmet. Die Box im ikonischen Edition Peters Design mit
sehr leichten Gebrauchspuren, bzw. Lichtrand, die handschriftliche Widmung
verblasst. Sehr selten, mit dieser bedeutsamen Widmung unikal.
Nietzsche de luxe.
Nietzsche, Friedrich. Gesammelte Werke. 23 Bände. München,
Musarion Verlag, 1922–1929. Zusammen ca. 7.500 S.
Original-Ganzpergamentbände mit Fileten und Rückentiteln
in Goldauflage und goldgeprägten Lederrückenschildern und
Kopfgoldschnitt.
7.500,–
Nr. 101 von 200 nummerierten Exemplaren dieser Vorzugsausgabe auf
Hadernpapier und in Ganzpergament gebunden. Einbandentwurf von Ottomar
Starke. Druck von W. Dragulin, Leipzig. Die Monumentalausgabe der
Werke Nietzsches liegt hier in einem einmaligen Zustand vor. Gedruckt auf
schwerem Papier und in den Pergamentbänden ist diese Produktion sicherlich
als einer der buchkünstlerischen Höhepunkte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
zu bezeichnen. Über den wissenschaftlichen Wert der Ausgabe kann
ebenfalls kein Zweifel bestehen. Die Herausgabe besorgte Richard Oehler, der
Vetter Nietzsches, der durch seine abgesicherten Nietzsche-Editionen berühmt
wurde. „Einen weiteren Vorzug der Musarionausgabe bildet die Hinzufügung
eines Jugendschriftenbandes (mit einer großen Anzahl bis dahin unveröffentlichter
Abhandlungen, Studien und Skizzen des jugendlichen Nietzsche) als
ersten und eines autobiographischen als letzten der Gesamtreihe“ (aus dem
Vorwort von Richard Oehler). – Mit dem Namensregister zur Gesamtausgabe
in Band 21, Bände 22 und 23 mit dem Sachregister. Außergewöhnlich wohlerhaltenes
Exemplar, in diesem Zustand unauffindbar.
