Kantschüler und Gatte der Saloniere Henriette Herz über den SCHWINDEL.

Herz, Marcus [Naphtali].
Versuch über den Schwindel. [Marcus Herz, d. A. D. Arztes am Lazareth der jüdischen Gemeinde zu Berlin, K. Pr. Prof. der Philosophie, Hochf. Waldecks. Hofraths und Leibarztes, Versuch über den Schwindel]

950,00 

ADB XII, 261. Hirsch-H. III, 195: „… seinerzeit viel gelesenes Buch“. Zweite, maßgeblich überarbeitete und erweiterete Ausgabe des viel beachteten Werkes zum Schwindel, in dem er die medizinische Beobachtungen mit der philosophischen Analyse verbindet. Er untersucht den Schwindel nicht nur als körperliches Phänomen, sondern auch als psychologisches Phänomen und dessen Auswirkungen auf das Bewustsein. Der Arzt, Neurologe und nicht unbedeutende Philosoph der Aufklärung Markus (auch Marcus Naphtali) Herz (1747-1803) war der Ehemann der Henriette Herz, der Begründerin des ersten Berliner Salons. Er war (nach Hirsch ebd.) einer der besten Ärzte seiner Zeit. „Seine erste Erziehung erhielt H. im Ephraimischen Stift zu Berlin und kam dann zu einem jüdischen Kaufmann in Königsberg in die Lehre. 1766-70 studierte er an der dortigen Universität und machte die Bekanntschaft Kants, dessen Schüler er wurde. Bei seiner Rückkehr nach Berlin trat er auf dessen Empfehlungen mit Moses Mendelssohn, Sulzer, Lambert und ihrem Kreis in Verbindung. Mit dem Bankier Veit Ephraim ging er nach Polen, um dort für ihn eine Kasse zu verwalten. Nachdem er genug Geld gespart hatte, studierte er in Halle Medizin und promovierte dort 1774. Anschließend ließ er sich als praktischer Arzt in Berlin nieder. Seine ärztliche Tätigkeit fand allgemeine Anerkennung, und bald wurde er Arzt am Jüdischen Krankenhaus. H. hielt vielbeachtete philosophische und naturwissenschaftliche Vorlesungen. 1785 wurde er waldeckischer Leibarzt und Hofrat, 1787 Professor der Philosophie. Sein Haus bildete nicht zuletzt durch seine Frau eines der wichtigen Zentren des geistigen Lebens in Berlin. H. nahm die Lehren des jungen Kant auf und verband sie mit dem Gedankengut des Judentums. Er wurde zu einem der Vorkämpfer der Emanzipation der Juden in Deutschland und der sittlichen Wiedergeburt des Judentums, wobei er eine abstrakt moralistische Auffassung von Religiosität vertrat. In der Medizin versuchte er psychologische Gesichtspunkte zur Geltung zu bringen.“ ebd. ADB. Sehr breitrandiges, wohlerhaltenes Exemplar mit hübscher allegorischer Titelvignette. Sehr selten.
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Beschreibung

Berlin, in der Vossischen Buchhandlung., Zweyte umgeänderte und vermehrte Auflage. 1791.

XXII, 448 S., [1] Bl. mit einer Darstellung Äskulap nach einem Entwurf des dänischen Künstlers Asmus Jacob Carstens, gestochen von Pierre Malvieux. Groß-Oktav. Original-Interimsbroschur mit Buntpapierbezug.